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Eine italienische Erfolgsgeschichte. Mehr als 60 Jahre FAGGIN – Perfektion aus Leidenschaft Seit Marcello Faggin 1945 in Udine seine Werkstatt für Rahmenbau gründete, ist der Name FAGGIN Inbegriff für Fortschritt, Perfektion und Qualität im Radsport. »Mann muss sich Ziele setzen und erreichen!« Firmengründer Marcello Faggin, geboren 1913, steht beispielhaft für die Leidenschaft zum Radsport. Schon als Junge kannte er nur das eine Ziel: Radprofi zu werden! Dafür arbeitete und trainierte er jede freie Minute. Bei einem Rennen in Bergamo bot sich ihm endlich die große Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Doch wie ohne eine Lira für die Hinreise und Übernachtung an einem Rennen teilnehmen, das 180 km entfernt stattfinden sollte? Für Marcello kein Problem, denn wozu hatte er sein Rennrad. Zusammen mit seinem Mannschaftskameraden machte er sich auf den kräftezehrenden Weg mit 500 gr Reis und 500 gr Butter im Gepäck. In Bergamo angekommen, müssen die beiden immer noch überzeugend und siegessicher gewirkt haben, denn ein Herbergsvater ließ sich erweichen und gab den ehrgeizigen Sportlern ein Nachtlager auf Kredit. Jetzt hieß es: Sieg oder Niederlage. Und Marcello Faggin fuhr den Sieg ein, bezahlte die Herberge für sich und seinen Freund, und beide strampelten am selben Tag nach Padua zurück. Zwar mit leerem Magen, jedoch mit dem Siegerpokal im Gepäck und noch fester im Kopf den Traum von der Karriere als Radprofi!
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| Erfolg ist FAGGINS Maßstab Doch das Rad der Geschichte drehte sich anders: Als der Zweite Weltkrieg auch Italien überzog, wurde Marcello Faggin Soldat. Nach Kriegsende, er war nun 32 Jahre alt, sah er keine Chance mehr im Profiradsport auf den vorderen Plätzen mitzufahren. Doch das Zweitbeste war für Marcello nie gut genug und so reifte ein anderer Plan: Warum sollte er nicht eine Rahmenbau-Werkstatt gründen, um hier seinen Erfahrungsschatz optimal einzusetzen? Als Fahrer hatte er in der Vergangenheit oft mit Mängeln an Rahmen und Material zu kämpfen. Mit der eigenen Manufaktur jedoch könnten die eigenen hohen Qualitätsanforderungen der Maßstab für die Produktion sein! Eine Erfolgsgeschichte begann! |
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Konstante Optimierung Besonders durch den engen Kontakt zu aktiven Radsportlern konnten Probleme die im Material auftraten, oder die das Fahrgefühl und die Sicherheit beeinträchtigten, gezielt gelöst werden. Schnell wurde der Name FAGGIN mit höchster Qualität im Rahmenbau verbunden und große Marken erteilten der kleinen Firma erste große Aufträge. 1947 zog die erfolgreiche Werkstatt nach Padua in die Via Filiasi um, wo bis heute die handgearbeiteten FAGGIN-Rahmen hergestellt werden. Die Firma FAGGIN war von Beginn an ein Familienbetrieb im besten Sinn, wo sich die Liebe zum Detail mit hohem handwerklichen Können verbindet und jedem Rahmen als Einzelstück die größte Sorgfalt zuteil wird. Familienleben und Werkstattablauf waren und sind bei FAGGIN eng verknüpft, und so nahmen die fünf Töchter von klein auf an der Produktion teil und lernten die diffizilen Arbeitsgänge von der Pike auf. Bereits in den 50er Jahren wurden bei FAGGIN ca. 50 Rahmen pro Tag auf höchstem Niveau hergestellt. |
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Die nächste Generation Schon mit 15 Jahren waren die Töchter Marie, Gianna, Carla und Cristina mit den komplexen Abläufen der Rahmenherstellung vertraut und wurden beim Löten und Schweißen des Materials eingesetzt. In den 70er Jahren stiegen die Töchter offiziell in die Firma ihres Vaters Marcello ein und verbanden den hohen Qualitätsstandard mit der Kenntnis von neuen Ideen und technischen Entwicklungen. 1976 lernte die jüngste Tochter Cristina Ihren späteren Mann Massimo kennen, der noch bei Marcello Faggin in die Lehre ging. Wo sonst hätte eine Faggintochter ihren zukünftigen Ehemann kennen und lieben lernen sollen. |
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| Blumen für die Sieger
In den 80er Jahren siegte bei der Schluss-Etappe der Venetien-Rundfahrt der spätere Radprofi Endrio Leoni. Den bei der Siegerehrung übliche opulente Blumenstrauß überbrachte er nicht wie gewohnt seiner Freundin, sondern der auf der Tribüne anwesenden Signora Faggin. Marcello Faggin hat ihm zu Beginn seiner Karriere kostenlos mit den besten Rahmen gesponsert. Ein unschätzbarer Wert für einen jungen Radsportler und ein große Ehre, die er nun mit dieser Geste der Dankbarkeit zum Ausdruck bringen konnte. |
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| Erfolgsmomente Dem Chef einer italienischen Rahmenbaufirma von Weltruf war natürlich nicht entgangen, dass Faggin in Padua Rahmen auf höchstem Niveau anfertigte. Was lag also näher, als diese erfolgreiche Firma für einen guten Preis zu kaufen? In der Küche, oberhalb der Fertigungsräume, wo schon Eddy Merckx, Gino Bartali und viele andere Größen des Radsports freundschaftlich bewirtet wurden, verhandelte man hartneckig. Natürlich auch bei einem guten Essen. Marcello war durch diesen Besuch nicht übermäßig zu beeindrucken. Im Gegenteil. Dass ein Konkurrent ein Auge auf seine Firma geworfen hatte, war für ihn nur eine Bestätigung der bisherigen Arbeit und des eingeschlagenen Weges. Einige Stunden und einige Gläser Wein und Grappa später, war dem Besucher klar, dass er bei Marcello Faggin und seiner Familie mit ihrer Leidenschaft für die Firma auf Granit stieß. Weinselig aber freundschaftlich trennt man sich spät in der Nacht, aber ohne dass ein Verkauf zustande kam. |
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| Gino Anfang der 80er Jahre plante der berühmte Gino Bartali die Herstellung einer eigenen Rennradlinie. Für den populärsten Rennradfahrer Italiens, der sämtliche wichtigen Pokale abgeräumt hatte, kam für die erfolgreiche Verwirklichung seiner Idee nur einer in Frage: sein guter Freund Marcello Faggin. Mit ihm hatte er schon vor dem 2. Weltkrieg viele Amateuerrennen bestritten und er hatte vor allem erkannt, das Marcello nie mit einer zweitbesten Lösung zufrieden war! Mit seinen Plänen im Kopf besuchte Bartali die Firma in Padua und erfuhr dort, dass Marcello Faggin schwer erkrankt im Hospital lag. Dennoch vom Kampfgeist seines Freundes überzeugt, unterbreitete Gino ihm noch am Krankenlager den Vorschlag ob er nicht seine Rahmen produzieren wolle. Im vollsten Vertrauen auch auf die nächste Generation. So wurde ein weiterer Baustein für den späteren Erfolg dieser großen Marke gelegt. |
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